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Standpunkt Juli / August 2018

Der Menschenhandel ist in der Schweiz ein Milliardengeschäft. EDU-Grossrat Samuel Kullmann erklärt, wie er mit 3 Vorstössen zur Bekämpfung des Menschenhandels und der Zwangsprostitution beitragen will.

 

Ende 2017 hat der Regierungsrat 7 Fragen aus meiner Interpellation beantwortet, in der er aufzeigte, was der Kanton Bern gegen den Menschenhandel tut. Das Fazit war, dass der Kanton Bern im Vergleich mit anderen Kantonen bereits relativ viel unternimmt. Trotzdem werden immer noch viel zu viele Frauen Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution im Kanton Bern. Weil das Ausmass dieses Unrechts immer noch unerträglich gross ist, fordere ich mit 3 konkreten und überparteilichen Vorstössen eine noch stärkere Bekämpfung des Menschenhandels: Ž

Mehr Ressourcen für Ermittlungen

In einer ersten Motion beau‘rage ich die Regierung, den Stellenetat der Staatsanwaltscha‘ und der Kapo-Spezialisten, die gegen Menschenhandel ermitteln, zu erhöhen. Ebenfalls soll die Zusammenarbeit zwischen Bund, Kanton, Gemeinden und Zivilgesellscha‘ intensiviert werden, z.B. indem der Kanton die bisher spenden“nanzierte Nationale Meldestelle von ACT212 auch unterstützt.Ž

Prävention gegen die Aktivitäten von Loverboys

Die zweite Motion thematisiert die aufkommende Problematik der «Loverboys» und fordert, dass an den Schulen sinnvolle Präventionsmassnahmen ergriffen werden. Loverboys geben Mädchen Aufmerksamkeit, Zuneigung, Komplimente und o‘ auch Geschenke. Gleichzeitig machen sie die Opfer emotional abhängig und entfremden sie von ihrer Familie und ihrem Bekanntenkreis. Später verleiten oder zwingen sie die Mädchen zur Prostitution. O‘ gaukeln sie ihren Opfern vor, das so verdiente Geld zum Aufbau einer gemeinsamen Zukun‘ verwenden zu wollen. Leider haben sich solche Fälle in letzter Zeit gehäu‘. Verzweifelte Eltern müssen teilweise bei Beratungsstellen in Deutschland Hilfe suchen, da hier die Bevölkerung und die Schulen noch viel zu wenig sensibilisiert sind.Ž

Infotafeln in Bordellen

Der dritte Vorstoss fordert, dass das Prostitutionsgesetz um eine zusätzliche Bestimmung ergänzt wird: Bordellbesitzer sollen in den Räumlichkeiten Hinweistafeln anbringen müssen, die Opfer von Menschenhandel auf ihre Rechte und eine Hilfs-Hotline hinweist. Der US-Bundesstaat Connecticut hat diese Bestimmung bereits 2016 einstimmig beschlossen. Telebärn berichtete am 15. Juni 2018 über diesen Vorstoss. Ein SVP-Grossrat und ehemaliger Bordellbesitzer hat sich bereits kritisch dazu geäussert. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass diese drei Vorstösse mehrheitsfähig sind und bei der Bekämpfung des Menschenhandels hilfreich sein werden.